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Ebersberg - Dieser Mann ist zu groß für
diese Welt. Passt nicht in sein eigenes Bett. Haut sich den Kopf
im Wohnzimmer an. Und hat ein Ego, für das keine Bühne groß
genug ist. Auch nicht die Bühne im Ebersberger „alten kino“,
die er sich am Samstagabend mit dem kleinwüchsigen Pianisten
Bastian Pusch teilt. Talent hat der hoch geschossene Arthur
Senkrecht nicht. Pusch schon. Kein Wunder, dass hier nicht
„Alles nach Plan“ läuft, wie der Programmtitel suggeriert.
Denn da steht nichts in Senkrechts pedantisch ausgetüftelten Bühnenanweisungen
von Schießereien oder Urindelikten am Konzertflügel.
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Arnd Schimkats Bühnenfigur Arthur
Senkrecht ist mit bedingungsloser Selbstüberzeugung gesegnet. Und
er ist peinlich, gnadenlos peinlich. Haucht mit kitschigem Vibrato
in der Stimme schlecht gezimmerte Reime über „Mahargarethe, die
ich anbehete“ ins Mikro. Schlägt sich mit dem selbigen fast
k.o. Verschluckt es.
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Der Kontrapunkt ist Pianist Pusch. Ernst
bis zur Humorlosigkeit, steif gravitätisch. Intellektuell übersäuert.
Und Künstler. Echter Künstler. Senkrecht treibt ihn in den
Wahnsinn. Er erschießt aus Versehen seine Beethoven-Statuette,
dreht ihm aus künstlerischer Eifersucht den Scheinwerfer ab. Näselnd,
ungelenk und schlaksig gibt Schimkat den traurigen Clown, der
lacht, weil er nicht begreift, dass die Leute meist über und nur
selten mit ihm lachen. Das Konzept ist gut. Es ist klassisch, bewährt,
im Komödienfach ein ausgereiftes Modell. In Arthur Senkrechts Bühnenfeuerwerk
der leidenschaftlich dargebrachten Platitüden ist dabei leider
einiges allzu augenfällig nur Pointe um der Pointe willen. Wenn
er mit voller Tasse in der Hand klatscht und sich dabei mit seinem
„Öhrl“-Grey-Tee die himmelblaue Schlaghose besudelt, ist das
nur blöde. Weil es das Publikum schon tausend Mal gesehen hat.
Und mit Verlaub, zum Teil besser.
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Die Pointe am Programm: Als großer Künstler
geht am Ende Pianist Bastian Pusch hervor, den Senkrechts
Eskapaden zu einem Akt der kreativen Selbstentfesselung treiben.
Nach seinem ungewöhnlich trockenen Vortrag über die Natur des
Witzes als „Verbindung oder Verknüpfung zweier konträrer
Ideen, die durch sprachliche Assoziation eine scheinbare
Sinngebung erfahren, die ihr offenkundig nicht zukommt“ lässt
er so richtig die Sau raus. Haut in die Tasten. Schmettert seinen
Gesang aus voller Kehle. Und Arthur Senkrecht? Er sonnt sich im
Glanze von Pusch, der ohne Schuhe imposante 1,65 Meter misst. Am
Ende reißt Arthur Senkrecht in narzisstischem Überschwang die
Arme auseinander wie um die Welt zu umarmen. Und schlägt Pusch
dabei das Mikro über den Schädel. Eine finale Peinlichkeit. Aber
eine gute.
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