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Ebersberg - Seit dem 11.11. ist nichts
mehr wie es war. Behauptet Hermann Schwaderlappen. Vielleicht
meint er den 11. September. Aber vielleicht auch nicht. Karneval
und Terrorismus rücken beim Altherrenduo „Pause &
Alich“alias Hermann Schwaderlappen und Fritz Litzmann sehr nahe
zusammen, nicht nur zeitlich. „Der Terrorism“ nudelt Fritz
Litzmann am Samstagabend anglophon im „alten kino“, „der
Terrorism“ bedroht dich, wenn du in den Burger beißt, eine Cola
schlürfst oder die Kennedy-Brücke in Bonn betrittst. Und dabei
lacht er sein keckerndes maschinengewehrähnliches
Fritz-Litzmann-Lachen.
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„Kopf hinhalten“ lautet der
agitatorische Titel ihres rasanten rheinischen Redeprogramms, das
alles auf den Kopf stellt und damit vieles wieder auf die Beine.
„Der Schröder bräuchte einen neuen Krieg, bei dem er dann
nicht mitmachen kann“, ist eine von Litzmanns überraschenden Èrkenntnissen
aus den vergangenen Monaten. Demnach sind ja die Kriegsgegner die
übelsten Bellizisten. Sie brauchen den Krieg, um sich mit ihrer
Ablehnung zu profilieren und Wahlen damit zu gewinnen. Apropos
Kopf hinhalten. Das haben ja die Amerikaner für uns getan. „Die
Amis sind unsere Dummys“, reimt Litzmann in schlichter
Karnevalslyrik, aber mit doppelbödigem Sinn.
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Natürlich ist das eine zeitgeschichtlich
etwas zweifelhafte Version, was „Pause & Alich“ dem
zahlenmäßig leider nur spärlich erschienenen Publikum
auftischen. Aber der Irak-Krieg ist sowieso ein großes Rätsel.
„Es ist der erste Krieg, von dem keiner weiß, warum er geführt
wurde.“ Scheinbar nicht einmal die Amerikaner. Noch verwirrender
ist die Angelegenheit geworden, seitdem Militärhistoriker den
Krieg zu einer „Auseinandersetzung“ verniedlichen. Unter
tausend Toten sei es nämlich kein Krieg.
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„Pause & Alich“ springen auf
diesen Zug der zynischen Numerik auf und spinnen sich wirre Fälle
von Krieg und Nichtkrieg zusammen. Nichtkrieg etwa ist, wenn man
von den eigenen Leuten hinterrücks erschossen wird. Straßenverkehr
ist dagegen Krieg. „Tschüss, Schatz, ich muss wieder in die
Schlacht!“ Hinter dem dichten Pointenhagel ist nicht sofort
ersichtlich, dass ihre Gags aus Stammtischparolen destilliert
sind.
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Hohle Allgemeinplätze sind das
bevorzugte Material, aus dem die beiden ihre witzig bis
bescheuerten Dialoge drechseln - und die am Ende in einer wohl
tuenden Pointe verpuffen. Nicht nur die einfältigen Weisheiten
des bürgerlichen Wirtshaussumpfs verwursten sie, auch linke Öko-Utopien.
So will Hermann Schwaderlappen die Sahara mit Sonnenkollektoren
ausstatten, damit darunter Urwald heranwächst. „Jetzt bist du
vollkommen übergeschnappt!“ echauffiert sich Fritz. „Das wird
höchstens ein Mini-Urwald. Mit Elefantenkäfern.“ Oder
Schlimmerem.
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